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Philip Herschkowitz (153) Samstag, 22. Oktober 2022, Konzerthaus Berlin, Werner-Otto-Saal, 20 Uhr
"... ich verdanke Webern den Inhalt meines Lebens..." Philip Herschkowitz - ein Komponist zwischen Flucht und Verfolgung

Er war einer der gefragtesten Privatlehrer in der Sowjetunion, seine Privatwohnung war in den 1980er Jahren Anlaufstelle für Musiker:innen wie Elisabeth Leonskaja, Dmitri Smirnow oder Elena Firsova.
In Rumänien 1906 geboren setzte Philip Herschkowitz nach dem Abschluss am heimischen Konservatorium sein Studium u. a. in Wien fort. Besonders prägend war für ihn Anton Webern. Nach dem "Anschluss" Österreichs 1938 wurde ihm als im Ausland lebender Jude die Heimkehr durch die rumänische Einwanderungsbehörde verweigert. Es begann eine Odyssee, die ihn bis nach Tashkent verschlug, wo er den Krieg überlebte. Nach dem Krieg ließ er sich in Moskau nieder. Da seine Musik der Doktrin des "Sozialistischen Realismus" nicht entsprach, war er aus dem öffentlichen Musikleben weitgehend ausgeschlossen und darauf angewiesen, Privatstunden zu geben. Erst 1987 gelang es ihm nach Wien auszureisen, wo er wenige Monate nach seiner Ankunft starb. Sein kompositorisches Werk ist bis heute weitgehend unveröffentlicht geblieben und wird hier erklingen ebenso wie Kompositionen von Elena Firsova, Dmitri Smirnow, Anton Webern und Arnold Schönberg.

Elisabeth Leonskaja, Foto © Julia Wesely
Mitwirkende sind Elisabeth Leonskaja (Klavier) und Ulrike Anton (Flöte), auch im Gespräch mit Bettina Brand. Außerdem Friedemann Ludwig, Cello. Als Gast eingeladen ist Elena Firsova.



Dieses Konzert wird unterstützt durch die Bareva Stiftung
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Eintritt: 8 Euro, ermäßigt 6 Euro
Kartenvorbestellungen: Konzerthaus Berlin [www.konzerthaus.de]
Tel.: (030) 20309 - 2101
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