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Wilhelm Grosz (174) Donnerstag, 26. März 2026, Konzerthaus Berlin, Musikclub, 20 Uhr
Wilhelm Grosz (1894-1939): Musikalische Vielseitigkeit in dramatischen Zeiten

1894 in Wien geboren, genoss Wilhelm Grosz eine hervorragende Ausbildung. Nach Kompositionsunterricht bei Richard Heuberger und Franz Schreker verließ er 1919 die Musikakademie mit Auszeichnung. Noch im gleichen Jahr spielten die Wiener Philharmoniker zwei seiner Orchesterstücke. Nach kurzer Kapellmeistertätigkeit wagte Grosz eine Existenz als freischaffender Pianist und Komponist. Schon 1922 übertrug er in der "Jazzband"-Sonate für Violine und Klavier Jazzelemente in die Kunstmusik. Zum neusachlichen Zeitgeist passten auch seine Tanz-Groteske Baby in der Bar oder die Opernburleske Achtung, Aufnahme. Ab 1927 lebte Grosz in Berlin und war dort bei der Ultraphon-Schallplattengesellschaft als Dirigent, Klavierbegleiter, Komponist und Arrangeur erfolgreich.

Mit dem Machtantritt Adolf Hitlers wurde er in Deutschland als Jude verfolgt und kehrte nach Wien zurück. Aber auch dort fühlte sich die Familie Grosz nicht mehr sicher und entschloss sich 1934, nach London zu übersiedeln. Der Komponist konnte mit Schlagern wie "Isle of Capri" seinen Lebensunterhalt sichern. Auf Empfehlung seines Schulfreundes Erich Wolfgang Korngold reiste er im Mai 1939 nach New York. Die Weiterfahrt nach Hollywood wurde durch den Kriegsbeginn verzögert. Wilhelm Grosz starb am 10. Dezember 1939 unerwartet an den Folgen eines Herzinfarkts und geriet danach in Vergessenheit.

Gottlieb Wallisch (Klavier) und Malina Höfflin (Mezzosopran) bringen eine Auswahl aus den "Symphonischen Variationen über ein eigenes Thema" (1920), den "Liebesliedern nach Volksliedertexten" (1920), der "Bänkel und Balladen" (1930) und aus den 12 Improvisations (1938/39) zur Aufführung. Der Grosz-Experte Thomas Gayda ist Gesprächsgast von Albrecht Dümling.

Dieses Konzert wird unterstützt durch die Bareva Stiftung
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Eintritt: 8 Euro (keine Ermäßigungen)
Kartenvorbestellungen: Konzerthaus Berlin [www.konzerthaus.de]
Tel.: (030) 20309 - 2101 Konzerthaus Berlin
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